König Droßelbart

Vergleich der Fassungen von 1812 und 1819

Dies ist ein automatisierter Vergleich der 1. Fassung von 1812 des Märchens "König Droßelbart" (KHM 52) aus dem ersten Band der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm mit der 2. Fassung von 1819.

Ein König hatte eine Tochter, die war wunderschön, aber so stolz und übermüthig, so daß sihr kein aFreier gust Eigenug war und sinne einen Freier nach dem andern abwies, und noch dazu Spott mit ihnen trieb. Der KönEignmal ließ deir Könmalig ein großes Fest anstellen, und lud dazu alle heirathslustigen Männer ein, die wurden in eine Reihe, nach ihrem Rang und Stand geordnet,; erst kamen die Könige, dann die Herzogen, die Fürsten, Grafen und BaFroneiherrn, zuletzt die Edelleute,. daNun wurde die Königstochter durch die Reihen geführt, aber an jedem hatte sie etwas auszusetzen. Der eine war ihr zu dick: »das Weinfaß!« sprach sie. Der andere zu lang: »lang und schwank hat keinen Gang!« der dritte zu kurz: »kurz und dick hat kein Geschick!« der vierte zu blaß: »der bleiche Tod!« der fünfte zu roth: »der Zinshahn!« der sechste war nicht gerad genug: »grünes Holz, hintermm Ofen getrocknet!« und so hatte sie an einem jeden etwas auszusetzen., Bbesonders aber machte sie sich über einen guten König lustig, der ganz oben an stand, und dem das Kinn ein wenig krumm gewachsen war. »Ei, da sagtrief sie: »und lachtei, der hat ein Kinn, wie die Droßel einen Schnabel,!« und seit der Zeit bekam er den Namen Droßelbart. Als nun dDer alte König aber, als er sahe, daß seine Tochter nichts that, als über die Leute spotten, und alle Freiernt die da versammelt waren versochmähte, dwaßrd er zornig und schwur, sie sollte den ersten, besten Bettler zum Mann nehmen, der vor dseine Thüre käme.

Eines paar Tages daraufing hub ein Spielmann an unter dem Fenster zu singen, unm damiter eihn geringems FAlmosenst zu er, dwerben. hiAls eßs der König glhörtei, sprach here: »laßt ihn herauf kommen, uDa trat eind so schmutzig er wSpielmann herein, sang vor dem König ußtend sie ihner iTochrter, und Bbat als eräu fertig war, um aeine milde Gabe. Derk König sprach: »dein Gesang hat mir so wohl gefallen, daß ich dir da meine PfTochter zur Frau geben will.« Die Königstochter erschrak, aber wuder König sagte: »ich habe den Eid gethaln, dich dem ersten baesten Betteldmann zu gerben, den will ich auch halten.« Es half keine uEinrede, dier TPfarrer ward geholt, uungd gsinge vormußte sich. Wigleich mit dem Spielmann Ttrauueng volassen. Alzos das geschehen war, sprach der König: z»nu seiner Tochter: »es schickt sichs nun nicht weiter, daß du hiern meinem Schloß bleibest, du kannst nur mit deinem Manne fortziehen.«

Da zog der Bettelmann nahmit dsier Könmigstochter forthinaus, unterwegd sie kamen sien durch einen großen Wald,; unda sie fragte dsien Bettelmann:

»aAch, wem gehört doch der schöne Wald?« d»Der gehört dem König Droßelbart,: hättst du’n genommen, so wär er dein!« »iIch arme Jungfer zart, ach, hätt ich doch genommen den König Droßelbart!«

Darauf kamen sie duüberch eine Wiese, da fragte sie wieder:

»wWem gehört wohl die schöne, grüne Wiese?« s»Sie gehört dem König Droßelbart,: hättst du’n genommen, so wär sie dein!« »iIch arme Jungfer zart, ach, hätt ich doch genommen den König Droßelbart!«

EDandlichn kamen sie durch eine große Stadt, da fragte sie wieder:

»wWem gehört wohl die schöne große Stadt?« s»Sie gehört dem König Droßelbart, hättst du’n genommen, so wär sie dein. – »iIch arme Jungfer zart, ach, hätt ich doch genommen den König Droßelbart!«

der»Das Spigelmannlt wumirde ganz mürr nicht, sprach der Spielmann, daß siedu sdichr immer einen andern zum Mann wünschtest, ubind sich gadir nichts agus ihm machte; genug?« Endlich so kamen sie an ein ganz kleines Häuschen, da sprach sie:

»aAch Gott,! wWas für ein Häuselein,! wem mag das elende, winzige Häuschen seyn?«

dDer BSpiettelmann sagntwortete: »das Haus ist mein unsd derin Haus, wo wir zusammen wohnen.« »Wo sind die Diener?« sprach die Königstochter. »Was, Diener! antwortete der Bettelmann, du mußt dir selber thun, was du willst gethan haben. Mach nur gleich Feuer an und stell Wasser auf, daß du mir mein Essen kochst, ich bin ganz müd.« Die Königstochter aber verstand aber nichts vom Feueranmachen und Kochen, und der MBettelmann mußte ihselber nur mit heHand anlfegen, sodaß ging es noch so leidlich, ugindg. wAls sie sdie schmale Kost gegessen hatten, legten sie sich inszu Bett, schlafben.r Desam Morgens atrieb er mußte sie schon ganz früh heraufst, wehil sien, undas Harus beitsorgen, und so wars llte. Ein paar Tage lebten sie auf diese Art schlecht genug, bis und zehr Matenn ihrendlic Vorrath auf. Da spragtch der Mann: »Frau, so gehts nicht länger, daß wir hier zehren und nichts verdienen,. dDu sollst Körbe flechten.« DaEr ging er aus, und schnitt Weiden, und brachte sie abher imußte, dan faingen Körbsie an zu flechten, aber die harten Weiden stachen ihr aber die zarten Hände wund. »Ich sehe du kanns geht das nicht, spragtech der Mann, so spinn lieber, dvielleicht kannst wirdu wohldas besser gehenDaSie setzte siech hin und spann, abver isuchrte Fzu spingner waren, so zabert, daß der harte Faden schnitt ihr bald tiefn hdine weinschenitt uFinger, d das Blut daran herunterlief. »DSiehst du, sprach der Mann, du taugst zu keiner Arbeit, mit dire bin icht, schlimm angte dkommern. MaNunn verdrwill ich,s iversuchen willund einen Handel mit Toöpfhaen und irdelnem Geschirr anfangen, und du sollst dich auf demn Markt setzen und die Waare feil halten u»Ach, dachte sie, wenn auf den vMarkt Leute aus meines Vaters Reich kommen und sehen mich da sitzen und feil halten., wie werden sie mich verspotten!« Aber es half nichts, sie mußte hin, wenn sie nicht Hungers sterben wollten. Das erstemal gings gut, denn die Leute kauften der Frau weil sie so schönen Frwaur gern Töpfihre Waare ab und bezahlten, was sie forderte, ja viele gabezan ihltr das Genld und ließen ihr die Töpfe noch dazu. Wie nNun allebten sie von dem erkworbenen so lauftng wes dauerte, da handelte der Mann wieder eine Menge neues Geschirr ein, und sie saß wiedtzter damsitch aufn eine Ecke dems Markt,s und hoffstellte ges utm sich her und Ghiewlt feinn,l. dDa kam plötzlich ein betrunkener Husar daher gerijagtte un,d mritt genrade zu in die Töpfe hinein, so daß sialles in tausend Scherben zersprang. Sie fin.g Dan fürzu weinen und wußte nichte vor Angste, was sie anfangen sollte. »Ach dwie Fwirau, und mirs ergethen! rautief siche, was wird mein gManzen Tdagzu sagen!« Sichte lief heimz ugnd erzählten, undihm das Unglück. »Wer setzt siech naunch ean dliche naEchke Hdes Maurkts gmit irdeng,em waGeschirr! sprach der BettelmMann, laufß undur davos Wein.

Soen, lich sebthe wohl, du bist zu keiner ordeintligchen ZArbeit zu gebrauchenz; darm bin ich in unselres Königs Schloß gewesen und inhabe großer Dürfragt, ob sigke nicht, daeine kaKüchenmagd brauchein Mannten und lud sie zu habeine mir Hversprochzeit.n, Ssie wollten sdich dallzu nehmen, dafürl bekommst du freies voEssen

Nun ward diem UKönigstochteberfl eine Küchenmagd, mte demitb Koch zuri Hand gehen und die sauerste Arbeit thun. Sie zmachte sitlch ang beidavoen lSebiten, in den Taschen ein Töpfchen festh, darin trug sie, walso sihre vont dem übrig geblciebenen erhielt, nach Haum,s und sie lebten zusahm meinen Topf daruvon. Es terug sich zun, d stdie Hockhzeit des ältesten Königssohns sollte großefeiert lwerdern, da ging die Tarme Frau hinauf, stellte sich vor die Saalthüre und sah zu. Als nufn dalles voll Pracht und Hoerrlichzkeit war, da dachte sie mit betrübtem wHerzen an ihr Schicksall, und verwünschte pihräen Hochmutigh und vollaUebermufth, der sie in diese Armuth gestürzt hatten. TVopfn füllden köstlichen Speisen, die mda ein und ausgetragen Swupprden, uerhielt sie von den Dihrenern Tmasnche mial etwas Brogeschenkt, das that sie in. Sihre Töpfchen und wollte es heim tragen. Auf einmal dtramit fodert Königessohn in golden,en Kleidern dabher, und als er die schöne Frau voin denr Thüre stehen vsah, erlangtriff e,r sie sbei der Hand und wollte mit ihmr tanzen, aber sie swollträubte snicht ausnd erschrallk, denn Kräftsien sah, daß es half abder nichts,g Droßelbart fwaßtr, der um sie angefreit und den sie mit Spott abgewiesen mhatte. Als sie sich sträubte, fzog ert. Dsie herein, da fgielng das Band aunf, gwelches die Taschen hielt und dier Toöpfe fielen heraus, daß die Suppe auf die Erde floß, und die vielen Brocken umher sprangen. aus Under Taschwie. Als das die GäsLeute sahen, entstand ein allgemeines Gelächter und Spotten;, und sie war so beschämt, daß sie sich lieber tausend Klafter unter die Erde gewünscht hätte,. undSie sprang zur Thüre und wollte entfliehen., Aaber auf der Treppe aber holte sie ein Mann ein, und fühbrachte sie zurück, und wie sie ihn ansah, da war daes der König Droßelbart selbst, der sprach: »fürchte dich nicht, ich und der BSpiettelmann, der mit dir in dem elenden Häuschen gewohnt hat, sind eins, undir zur Lichebe habe inch aumich so verstellt und der Husar gewesen, der dir die Töpfe entzwei geritten hat;, bin ich auch gewesend. dDas alles ist geschehen, urm deirnen stolzen Sinn zur Bbesserungen und zurdich Strafeür gdesinen Hochemuthen, weomilt du mich ehedem verspottet hast, jetzu strafen. Nun aber isollt’s vorübers und jetzt soll unsere Hochzeit gefeierst wserdeyn.« Da kamen die Kammerfrauen und thaten ihr die prächtigsten Kleider an, und ihr Vater kam und der ganze Hof, und sie ward präünschtig geputzt nach ihrem Stand,Glück zund das Fest war ihrer Vermählung mit dem König Droßelbart, und die rechte Freude fing jetzt erst an. Ich wollte, du und ich, wir wären auch dabei gewesen.


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